Montag, 24. Mai 2010

Review ? : A Serious Man (2009)

Zugang

Der Trailer zu „A Serious Man“ führt den unglücklichen jüdischen Physikprofessor Larry Gopnik vor, der von einem lebenden Toten unbarmherzig rhythmisch gegen die Tafel des Vorlesungssaals geschmettert wird. Der Tafel, die er gewöhnlich mit seinen Formeln füllt, welche die Welt nach den Erkenntnissen der modernen Physik deuten. Heisenbergs Unschärferelation und Schrödingers Katze.

Aus dem Nichts heraus greifen nun die schattenhaften Toten nach ihm, ein Unglück nach dem anderen droht Larrys Existenz nicht nur zu erschüttern, sondern geradezu auszulöschen in jeder Beziehung. Seine Festanstellung am College scheint gefährdet, da ein Unbekannter ihn bei der Anstellungskommission diskreditiert. Larrys Frau hat eine Affäre und will die Scheidung. Seine Kinder tanzen ihm auf der Nase rum. Sein halbverrückter, halb genialer Bruder quartiert sich bei ihm ein. Larry versteht die Welt nicht mehr, war er doch stets ein ernsthafter und Recht schaffender Mann. Er benötigt jemanden, der ihm sein Unglück deutet.

Der Prolog

Das könnte man als das Gleichnis eines Hiobs der Moderne lesen. Der Film beginnt allerdings nicht in Larrys Welt, dem Minnesota der späten sechziger Jahre, sondern viele Jahrzehnte früher, zu Beginn des Jahrhunderts in Galizien, im jüdischen Schtetl. Die Coen-Brüder halten diesen Prolog in monochrom braun und lassen die Schauspieler historisch korrekt jiddisch sprechen. Ganz offensichtlich soll dieser Prolog in einer anderen Welt spielen, die durch einen Abgrund vom Rest des Films getrennt ist, aber doch durch offensichtliche und unausgesprochene kulturelle Fäden miteinander verknüpft ist. Der Prolog erzählt von einer scheinbar harmlosen Begegnung, die einen unheilvollen Besuch bei einem Ehepaar im Schtetl zur Folge hat. Etwa von einem Dibbuk?

Die Toten, die früher verstorben sind, als es ihnen das Schicksal eigentlich bestimmt hat, müssen die Aufgaben, die ihnen noch verblieben waren, in einem Zustand zwischen Leben und Tod erfüllen. Auf diese Weise können sie von den Lebenden Besitz ergreifen und ihr Schicksal bestimmen. In der jüdischen Mythologie heißt ein solches Wesen Dibbuk.

Durch eine kühne Tat setzt die Ehefrau dem Besuch des vermeintlichen Dibbuks, der angeblich seit drei Jahren tot sein soll, ein Ende. Sind sie jetzt verflucht oder gerettet? Schnitt. Mit einem völlig unvermittelten Sprung kommt der Film in Larrys Welt an. Was hat der rätselhafte Prolog zu bedeuten? Die Coen-Brüder haben ihn bewusst runtergespielt und in Ungewissheit gehüllt, aber trotzdem für notwendig erachtet.

Die Echos der jiddischen Kultur

Zum 60. Jubiläum der Filmfestspiele von Cannes entstand 2007 der Film „Chacun son cinéma“, in dem ein Querschnitt durch das Weltkino geboten wurde. 32 Regisseure drehten 33 Kurzfilme zu je drei Minuten, die das Kino zum Thema haben. Auch die Coen-Brüder beteiligten sich, allerdings kam ihr Beitrag nicht zeitgerecht, so dass er nicht in den Film integriert werden konnte.

Am stärksten interessiert hier aber der Beitrag von Amos Gitai „Le Dibbouk de Haifa“ für die Deutung von „A Serious Man“. Er verkoppelt das Leben der Juden in Vorkriegspolen mit demjenigen der heutigen Israelis. Die erste Ebene des Films spielt im Warschau des Jahres 1936, wo gerade in einem Kino der in Polen von Michal Waszynski gedrehte jiddische Film „Der Dybbuk“ (eigentlich erst 1937 entstanden) läuft. In mehrfach belichteten Bildern blendet der Film über nach Haifa, wo eben „Der Dybbuk“ in einem Kino läuft, dessen Publikum einem Anschlag zum Opfer fällt.

Damit wird die israelische Gegenwart, das durch den Nahostkonflikt bedrohte Leben, in Bezug zur bedrohten Existenz der Juden in Vorkriegspolen gesetzt. Der Holocaust, der auf fatale und tragische Weise die Gründung des Staates Israel ermöglicht hat, als sichere Heimat der Juden, blieb als allgegenwärtiges Menetekel gegenwärtig. Gleichzeitig mit der Gründung des Staates, der das Ende aller Furcht bringen sollte, entspann sich der schier unauflösliche Nahostkonflikt. Die Gegenwart der Toten des Holocaust in der kollektiven Psyche reicht bis heute, es ist, als hätten sie noch eine unabschließbare Aufgabe.

Vor diesem Hintergrund gewinnt der Prolog von „A Serious Man“ eine ungeahnte Bedeutung. Er zeigt eine physisch und sprachlich vernichtete Welt. Die Juden Osteuropas – ermordet. Ihre Sprache, das Jiddische – bis auf Reste ausgestorben. Die Coens haben Waszynskis „Dybbuk“ gründlich studiert, ihren Prolog dem Film von 1937 stilistisch ganz anempfunden.

Das große Unheil

Der gewaltige Schnitt, der Abgrund zwischen dem Prolog und dem Hauptfilm von „A Serious Man“ springt über die drei mörderischten Jahre der jüdischen Geschichte zwischen Sommer 1941 und Herbst 1944, in denen sich die Schoa („Unheil“ oder „große Katastrophe“) vollzog. Davon zeigt der Film in offener oder vordergründig verschlüsselter Form nichts. Aber doch wurden alle jüdische Geschichtsdeutung und alles Denken nach dieser Katastrophe von ihr radikal verändert. Sie ist untergründig anwesend, als Urkatastrophe, auch in der jüdischen Gemeinschaft des verschonten Amerikas.

Die Motive, die im Prolog anklingen, finden ihre Fortsetzung im ganzen Film. Die Coens flochten sie allerdings so filigran in das Gewebe des Films, dass sie hinter der vordergründig so einfachen Geschichte des Larry Gopnik nahezu unsichtbar anwesend sind.

Die Furcht vor den Feinden des jüdischen Volkes, die Angst vor der antisemitischen Gewalt ruht tief selbst in Larry Gopnik, hier verkörpert durch seinen Redneck-Nachbarn mit dem sicher nicht zufälligen deutschen Namen Brandt. Dieser eignet sich Teile von Larrys Grundstück an, indem er die bisher unsichtbare Grenze zu seinen Gunsten verschiebt. Dass hinter diesem so banalen Nachbarschaftsstreit mehr steckt als einfacher Alltagsärger, kann man schon aus der biblischen Anspielung auf das Buch Hiob erkennen. „Die Gottlosen verrücken die Grenzen, rauben die Herde und weiden sie.“ Hiob 24,2. Brandt verkörpert in moderner Form die biblischen Gottlosen und löst, obwohl er an der Oberfläche nichts weiter tut, doch kreatürliche Angst in Larry aus, die zu einem Alptraum gerinnt, in dem Brandt Larrys Bruder Arthur einfach so wie ein Stück Vieh auf der Jagd abknallt und dies mit antisemitischen Bemerkungen garniert.

Eine solche Figurenkonzeption wie bei Brandt findet sich vielfach im ganzen Film. Die einzelnen Figuren stehen nicht als zufällige Charaktere für sich, sondern werden durch biblische und historische Verweise zu emblematischen Figuren.

Die verfaltete Normalität

Das große historische Unheil scheint ebenso weit weg wie die ganze historische Tradition der jüdischen Kultur in der gesicherten bürgerlichen Welt von Larry Gopnik. Er glaubt an die Wissenschaft, lebt ein geradezu symptomatisch überangepasstes Leben, um alle Abgründe aus seinem Leben fern zu halten. Die jüdische Religion läuft als bürgerliche Gewohnheit unhinterfragt mit. Erst als diese Welt in ihren Grundfesten erschüttert wird, muss sich Larry mit existentiellen Fragen beschäftigen, die sein eigenes Leben, die Bedeutung der jüdischen Tradition, aber auch die unhinterfragten bürgerlichen Lebensformen von Nachkriegsamerika betreffen. Der Film zeigt am Beispiel von Larry und seiner Familie die Schwierigkeiten der Emanzipation von gesellschaftlichen und religiösen Bindungen.

Aus guten Gründen setzten die Coens diese Emanzipationsgeschichte in die späten Sechziger, als ein ungeheurerer Modernisierungsschub durch die ganze westliche Welt ging, die Popkultur ihren Siegeszug feierte. Doch die überspannten Hoffnungen, die sich mit diesem Aufbruch verbanden, zerschellten schon bald. In wenigen Jahren änderte sich die so stabil scheinende Welt rasant. „A Serious Man“ kann man als Geschichte dieser drei schnell verflogenen Jahre sehen. Wann genau spielt der Film? Jefferson Airplanes Bahn brechendes Album „Surrealistic Pillow" erschien im Februar 1967, das ebenfalls erwähnte „Abraxas“ von Santana aber erst im September 1970. Letzteres darf man nicht als vernachlässigenswerten Anachronismus abtun. Es handelt sich um ein sehr bewusstes Zitat, zumal Creedence Clearwater Revivals „Cosmic Factory“ aus dem Jahr 1970 ebenfalls explizit erwähnt wird. Ein Kalender in Rabbi Scotts Büro zeigt hingegen „May 1967“.
Dieser Widerspruch bleibt schwer zu deuten. Man könnte die drei Jahre 1967-70 als Ganzes verstehen, dessen innere Geschichte die Coens hier gewissermaßen aus der Zeit gefallen ausbreiten. Die Jahre der Befreiung von den Konventionen, die Jahre, von denen auch die Coens geprägt wurden. Larry muss sich rückwärts mit der jüdischen Tradition auseinandersetzten und vorwärts mit der popkulturellen Welt, in der seine Kinder leben.

Das Motiv der unwirklichen drei Jahre taucht mit solcher Hartnäckigkeit auf, dass es schwerlich Zufall sein kann. Der Dibbuk des Prologs soll seit drei Jahren tot sein. Larrys Konkurrent Sy Ableman soll seit drei Jahren Witwer sein, obwohl viele sich erinnern, dass seine Frau Esther „gerade erst kalt sei“. Man könnte diese Verschlingung als Phase traumatisch erlebter Zeit bezeichnen, aber eine wirkliche Deutung steht noch aus. Immer wieder blendet der Film ununterscheidbar zwischen Traum und Wirklichkeit umher.
Sy Ableman verfolgt Larry wie ein Fluch, ein Dibbuk vielleicht. Mit einem Wagenunfall begann im Prolog das Unglück, die Begegnung mit dem Dibbuk. Mit dem rätselhaft parallelen Autounfall von Larry und Sy scheint der Fluch zu enden.

Die Schrift Gottes und der Welt lesen

Larrys Sohn Danny langweilt sich in der jüdischen Schule, als der Lehrer unverständliche hebräische Schriftzeichen an die Tafel malt. Hebräisch ist für ihn die tote Sprache der Überlieferung, die er wie eine Fremdsprache mühevoll lernen muss. Mit seinen Fragen an die Welt hat dies alles scheinbar nichts mehr zu tun. Er ist er ein junger amerikanischer Jude, der sich viel lieber für die revolutionäre Rockmusik aus San Francisco interessiert. Heimlich hört er im Unterricht „Somebody to Love“, die Hymne Jefferson Airplanes zum „Summer of Love“ von 1967. Die Sprache Hashems und die Sprache der Popmusik scheinen zweier Welten zu entstammen, zweier Wege, seine Welt wahrzunehmen.

Larry gehört der bürgerlichen Nachkriegsgeneration an, die ganz den Versprechungen der Moderne glaubt. Bürgerlicher Wohlstand und moderne Wissenschaft reichen ihm zur Weltdeutung. Doch die junge Generation der Studenten langweilt sich im Hörsaal sichtbar, wenn er trocken die unverständlichen mathematischen Schriftzeichen an die Tafel malt. Larrys Formellabyrinthe ähneln grotesk den hebräischen Buchstabensalaten.

Eine ganz spezielle Begabung fürs Glücksspiel scheint das Einzige zu sein, was Hashem Larrys Bruder Arthur im Leben zugeteilt hat. Ein einsamer, von ekligen Geschwüren geplagter Außenseiter, abstoßend, nicht ganz normal. Und doch rätselhaft erleuchtet seinen Hirngespinsten folgend. Seine Theorien notiert er in Heften, sie sehen wie wahnsinnige Kritzeleien, groteske Mischungen aus Larrys Formeln und mystischen hebräischen Schriftzeichen aus. Als Larry ganz am Tiefpunkt angekommen scheint, nähern sich seine Formeln auf der Hörsaaltafel vom Erscheinungsbild bedenklich Arthurs Wahnsinnsnotaten an.

Nur: Wer hier „Recht“ hat, lassen die Coens in der Schwebe, sie machen sich über die Absolutheitsansprüche der verschiedenen Verfahren, die Welt zu lesen, lustig. Die Geschichte vom Zahnarzt, der in den Zähnen eines Patienten hebräische Buchstaben zu erkennen meint, die eine Botschaft Hashems enthalten, steht dafür beispielhaft.

Kurz vor Ende führen die Coens die entferntesten Stränge der Weltdeutung zueinander, die Popkultur Dannys und die jüdische Tradition, die durch Rabbi Marshak verkörpert wird. Danny erscheint bekifft zu seiner Bar Mizwa. In diesem Zustand muss er das erste Mal in seinem Leben aus der Tora lesen. Die hebräischen Buchstaben scheinen ihm zu entgleiten, doch er fängt sich. Er deutet die Zeichen richtig, aber doch ganz anders, als seine beglückten Verwandten gesehen zu haben glauben. Er wird in einem popkulturell entspannten Sinne Mitglied der Gemeinde, der Tradition.
Demgegenüber steht die Einsicht von Rabbi Marshak in die Kunst Jefferson Airplanes, deren Liedtext zu „Somebody to Love“ ihm nach längerem Nachdenken als weise erscheint und von ihm gut geheißen wird. Ein Bund mit der überlieferten Weltdeutung auf neuer Grundlage. Der bekiffte Geist des Dudes lebt schon in Larrys Sohn.

Der Coen-Kosmos

„A Serious Man“ handelt vordergründig von allen Arten des Unglücks, die Larry, dem modernen Hiob widerfahren. Der Film nimmt das Unglück Larrys nur als Angelpunkt für Weiterungen des Schicksalsthemas ins Geschichtliche und Philosophische. Ähnliches trifft auf die meisten, im Grund fast alle Coen-Filme zu. Was sie „eigentlich“ sagen wollen, was ihre Anliegen sind oder gar wo die (angeblich fehlenden) Sympathien der Coen-Brüder für ihre Figuren und Geschichten liegen, das wird nie unmittelbar abbildend gezeigt, sondern wächst gewissermaßen schweigend dahinter, es zeigt sich.

Die Coen-Brüder führen durch ihre sehr klug verschlungenen Erzählschleifen vor, wie wir uns in einem Weltlabyrinth bewegen, wie unser Weg scheinbar wahnsinnige Abbiegungen nimmt, die uns irre werden lassen an uns selbst, unser Erfahrung, unser Kultur, unserem Schicksal. Sie zeigen ein Panorama der Selbst- und Schicksalsdeutungen der jüdischen Kultur im 20. Jahrhundert.

Die Coen-Brüder lassen in einem ersten Schritt gewahr werden, dass es eine übergeordnete, womöglich sinnstiftende Erzählung, die den einzelnen, immer weiter auseinander fallenden kulturellen Kreisen, in denen wir uns im Alltag bewegen, einen Zusammenhalt, gar eine Deutung geben könnte, so nicht gibt. Eine unangenehme Situation, die schwer bis gar nicht zu überblicken ist. Da wir aber nicht im Nichts stehen können, sondern immer schon in den kulturellen Begrenzungen, die historisch gewachsen sind, müssen wir uns wohl oder übel mit ihnen auseinandersetzten. Worauf es ankommt, ist unsere Einstellung zu den auseinanderdriftenden Erzählkreisen.

Dafür beliebt man die Filmkunst der Coens in weiten Teilen der Kritik mit der restlos verwahrlosten Begriffshure Postmoderne zu stigmatisieren, einem Abstraktum, das nichts erklärt und die beunruhigende Unfassbarkeit der Coen-Filme vergeblich zu fassen versucht. Hier versucht man mit einem unsinnigen Theorieraster ein eigengesetzliches Kunstwerk auf die Begriffdeponie der Filmdeutung zu schaufeln.

Keine durchkonstruierten Geschichten von den kühlen, sich als gottgleiche Schöpfer aufführenden Coen-Brüdern, wie das Zerrbild will, sondern einer träumerischen Logik folgende Dichtungen, die ein Fußbreit über der Wasseroberfläche des Ozeans der Kinokonventionen wandeln, sind die Coen-Filme. Exakte Phantasien, ebenso präzise komponiert wie eine Fuge von Bach und doch aus denselben prinzipiellen Gründen unauslotbar, weil die größten Rätsel der Mathematik und der Musik sich hinter vermeintlich präzise und simpel formulierten Problemen verbergen.

Gott?

Wie das Unheil über Larry kam, so scheint es auch spukhaft zu verschwinden. Larry radiert die alte Note des koreanischen Studenten aus und schreibt mit seinem Stift die neue. Er akzeptiert das Mysterium. Und spielt Gott.
Am Ende spricht in der Bibel der Herr zu Hiob aus einem „Wettersturm“, bei den Coen-Brüdern nähert sich ein Tornado der Stadt. Der kleine Gott Larry schreibt und radiert das Schicksal seiner Studenten mit einem Bleistift, der Herr fährt da schon andere Kaliber auf und schreibt und radiert mit einer Windhose auf der Erde herum. Der Gott der Bibel zeigt sich am Ende des Buches Hiob gnädig gegenüber seinem glaubensfesten Knecht, die Regiegötter des Films setzen ein Fragezeichen.

Was uns Hashem sagen will? – Wir wissen es nicht. Das Unheil wird sich uns immer wieder in unmenschlicher Form nähern, dass alle unsere Lebensfreude abzusterben droht. Better look for somebody to love.

90%

3 Kommentare:

  1. Mensch, ich bekomme hier ja schnell, was ich will ;)... funktioniert das auch mit anderen Filmwünschen?

    Wenn wir hier vor Gericht wären, würde ich sagen, du führst einen Indizienprozess. Aber so hast du deine Theorie ja auch angekündigt. Ich finde sie ziemlich stichhaltig, aber natürlich bleiben spekulative, "unbelegbare" Elemente.
    Besonders anregend die Ausführungen über "die Furcht vor den Feinden des jüdischen Volkes", die sich hinter den permeablen Membranen des Films versteckt. Das Grenzproblem tat ich zuerst auch nur als kleinen Gag ab - wie einem Coen-Filme generell vorkommen können, wenn man schon in der ersten Membran hängen bleibt - und konnte mir darauf nicht recht einen Reim bilden. Da hast mir definitiv noch auf die Sprünge geholfen. Grenzziehung - klar, eine, wenn nicht die bestimmende Problematik der jüdischen Nachkriegsgeschichte. Im Traum, als Arthur erschossen wird, soll es ja nicht zuletzt auch über die "Grenze" gehen...
    Sehr, sehr bereichender Text!

    AntwortenLöschen
  2. Ja - eine auf Indizien gestützte Theorie, mehr nicht, das siehst du ganz richtig. Es freut mich, dass sie trotzdem in Teilen brauchbar zu sein scheint.

    Der Text ist kein wirklich umfassendes Review, sondern eine Sammlung von Notizen. Dein Text hat mir den Tritt gegeben, den ich brauchte, um die einzelnen Absätze und Stichpunkte wenigstens in eine lose zusammenhänge Argumentation umzuwandeln. Wichtige Aspekte des Films, etwa der Komplex zu Schrödingers Katze und dem koreanischen Studenten oder die ganzen erotischen Verwicklungen, vor allem aber die fantastisch komponierte Antennenszene, konnte ich nur antippen. Der Text ist eh schon sehr lang.

    Hmmm...Review on demand service? Ich glaube, das hielte ich nicht durch ;)

    AntwortenLöschen
  3. Wirklich sehr interessant, muß auch ich, als einer, der den Film ja damals als nicht ganz so spannend empfunden hatte, sagen. :)

    AntwortenLöschen